Ein traditionsreicher Ort – modernisiert für die Zukunft des Sports
Das Wiener Sport‑Club Stadion an der Alszeile zählt zu den geschichtsträchtigsten Sportstätten Wiens und Europas. Seit 1904 wird an diesem Standort durchgehend Fußball gespielt – damit gilt der Platz als ältester kontinuierlich bespielter Fußballplatz Österreichs. Diese außergewöhnliche Historie prägt bis heute die besondere Atmosphäre des Stadions und macht es zu einem identitätsstiftenden Ort für Verein, Fans und den Stadtteil Hernals.
Mit der umfassenden Modernisierung und Neuerrichtung zentraler Stadionbereiche wurde der Standort behutsam weiterentwickelt: Ziel war es, den charakteristischen, urbanen Stadionflair zu bewahren und gleichzeitig eine zeitgemäße, nachhaltige und multifunktionale Sportstätte zu schaffen. Das Ergebnis ist ein Stadion, das Tradition und Zukunft in einzigartiger Weise verbindet.
Aufbau, Kapazität und sportliche Standards
Das Stadion verfügt heute über rund 5.600 Zuschauer*innenplätze bei nationalen Bewerben und etwa 4.600 Plätze bei internationalen Spielen. Die Tribünen wurden neu errichtet bzw. umfassend saniert und mit modernen Infrastruktur‑ und Servicebereichen ausgestattet. Neben Sitz‑ und Stehplätzen umfasst die Anlage unter anderem Gastrobereiche, Medien‑ und Funktionsräume sowie barrierefreie Zugänge zu zentralen Stadionbereichen.
Durch die Ausführung nach dem UEFA‑Kategorie‑2‑Standard ist das Stadion für nationale und internationale Fußballbewerbe zugelassen. Neben den Spielen des Wiener Sport‑Clubs können hier auch Frauen‑ und Nachwuchs‑Nationalteams des ÖFB antreten. Darüber hinaus ist der Platz durch seine Dimensionen und Ausstattung auch für weitere Sportarten wie American Football oder Rugby geeignet. Diese bewusste Ausrichtung auf Mehrfachnutzung erweitert die Bedeutung des Standorts deutlich über den klassischen Vereinsfußball hinaus.
Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Infrastruktur
Ein zentraler Schwerpunkt der Modernisierung lag auf der nachhaltigen und energieeffizienten Ausgestaltung der Infrastruktur. Auf dem Dach der Haupttribüne wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresleistung von rund 100.000 kWh installiert, die in Kombination mit modernen Wärmepumpensystemen eine weitgehend energieautarke Versorgung des Stadions ermöglicht. Überschüssige Energie wird in das öffentliche Netz eingespeist.
Zusätzlich wurden Gründächer, eine Zisterne zur Spielfeldbewässerung sowie eine vollständige Umstellung auf LED‑Flutlicht umgesetzt. Diese Maßnahmen reduzieren den Energie‑ und Ressourcenverbrauch deutlich und sind Ausdruck des Anspruchs, Sportinfrastruktur im Einklang mit den klimapolitischen Zielen der Stadt Wien zu betreiben. Für das Projekt wird zudem eine klimaaktiv‑Zertifizierung angestrebt.
Funktionale Räume und vielseitige Nutzungsmöglichkeiten
Zwischen den Tribünen entstand ein neues Haupt‑ und Kopfgebäude, das zusätzliche Sportler*innen‑, Medien‑, Büro‑ und Multifunktionsräume beherbergt. Diese Bereiche ermöglichen nicht nur einen zeitgemäßen Spiel‑ und Trainingsbetrieb, sondern schaffen auch Voraussetzungen für Besprechungen, kleinere Veranstaltungen und organisationsbezogene Nutzungen im Rahmen des Stadionbetriebs.
Insgesamt ist das Wiener Sport‑Club Stadion heute als offene, multifunktionale Sportstätte konzipiert. Die Infrastruktur erlaubt sowohl den regelmäßigen Ligabetrieb als auch die Durchführung einzelner Großereignisse und externer Sportformate. Dabei wird besonders auf eine sorgsame Abstimmung mit dem Verein, den Anrainer*innen und den Bedürfnissen der Stadt geachtet.
Ein Stadion mit Verantwortung
Das modernisierte Stadion ist mehr als eine Spielstätte: Es ist ein öffentlicher Ort mit hoher sozialer, sportlicher und stadtteilbezogener Bedeutung. Wien Holding Sport begleitet den Standort mit dem Ziel, diese Infrastruktur langfristig zu sichern, transparent zu nutzen und für unterschiedliche sportliche Anforderungen zugänglich zu machen – bei gleichzeitiger Wahrung der besonderen Geschichte und Identität des Ortes.