Stark. Echt. Sichtbar. - Alexandra und ihre Geschichte im Gewichtheben

Im März stellen wir bei der Wien Holding bewusst Frauen im Sport in den Mittelpunkt. Rund um den Weltfrauentag wollen wir Sichtbarkeit schaffen, Geschichten erzählen und Frauen eine Bühne geben, die mit Leidenschaft, Haltung und Mut ihren eigenen Weg gehen – im Leistungssport ebenso wie im Alltag.

Eine dieser Geschichten ist die von Alexandra. Sie ist 24 Jahre alt, Polizistin und Gewichtheberin – und hat erst vor etwas mehr als einem Jahr mit dieser Sportart begonnen. Ihre Reise zeigt eindrucksvoll, dass Stärke viele Facetten hat: körperliche Kraft, mentale Widerstandsfähigkeit und den Mut, gesellschaftliche Erwartungen zu hinterfragen. Alexandra steht für Frauenpower, für Gemeinschaft statt Konkurrenz – und für die klare Botschaft, dass es nie zu spät ist, an sich selbst zu glauben.

Ein später Einstieg mit großer Wirkung

Zum Gewichtheben kam Alexandra eher zufällig – über Social Media. Dort sah sie immer wieder Videos dieser Sportart und war sofort fasziniert. Sport war schon immer ein wichtiger Teil ihres Lebens, insbesondere Krafttraining begleitete sie über viele Jahre. Als sie entdeckte, dass es beim Polizeisportverein eine eigene Sektion für Gewichtheben gibt, war die Neugier geweckt.
„Ich habe mir gedacht: Das wäre interessant, das schaue ich mir an“, erzählt sie. Aus dem ersten Reinschnuppern wurde schnell Leidenschaft.

Beruflich arbeitet Alexandra als Polizistin – ein fordernder Job mit wenig Freizeit. Gerade deshalb ist der Sport für sie ein zentraler Ausgleich: körperlich wie mental.

Was sie täglich antreibt

Der Alltag zwischen Beruf und Training ist intensiv, doch Alexandra weiß genau, warum sie diesen Weg geht. Ihre Motivation ist klar: Gesundheit, Fitness und mentale Stärke.
„Ich möchte geistig und körperlich fit sein – nicht nur für meinen Job, sondern generell fürs Leben“, sagt sie. Sport ist für sie kein Pflichtprogramm, sondern ein bewusster Raum, um abzuschalten, Energie zu tanken und bei sich selbst zu bleiben.

Mehr Sichtbarkeit, mehr Vielfalt, mehr Mut

Gerade wenn es um Frauen im Sport geht, hat Alexandra eine klare Haltung. Aus ihrer Sicht braucht es vor allem mehr Sichtbarkeit – damit Mädchen und junge Frauen sehen, was alles möglich ist.
„Es ist wichtig, dass vermittelt wird: Jeder kann diesen Sport machen“, betont sie. Und nicht nur diesen – sondern grundsätzlich alles, wofür man sich begeistert.

Ein besonders wichtiges Thema ist für sie das Körperbild. Alexandra ist muskulös gebaut – etwas, das nicht immer dem gesellschaftlichen Ideal entspricht. Gerade zu Beginn musste sie mit negativen Kommentaren umgehen.
„Ich finde, es darf nicht nur ein einziges Idealbild von Frauen geben“, sagt sie. Umso wichtiger sei es, sportliche, starke Körper positiv sichtbar zu machen. Sie ist überzeugt: Das Bewusstsein dafür verändert sich – langsam, aber spürbar.

Mehr als ein Wettkampf

Warum Gewichtheben für Alexandra mehr ist als Medaillen oder Platzierungen? Die Antwort kommt ohne Zögern: die Community.
Egal ob Training oder Wettkampf – der Zusammenhalt ist für sie etwas ganz Besonderes. Man feuert sich gegenseitig an, freut sich miteinander, unterstützt sich auch an schlechten Tagen.
„Auch Konkurrentinnen sind keine Feinde“, sagt sie. „Es ist einfach eine extrem positive Gemeinschaft – und das macht diesen Sport so wertvoll.“

Sport als Lebensschule

Für Alexandra bedeutet Sport vor allem eines: sie selbst sein zu dürfen. Ziele setzen, ehrgeizig sein, an sich arbeiten – und sich selbst beweisen, dass man mehr schaffen kann, als man denkt.
Diese Haltung nimmt sie auch mit in ihren Alltag. Sie möchte anderen Mut machen, besonders Mädchen und jungen Frauen, die vielleicht noch zögern oder an sich zweifeln.
„Ich will zeigen, dass Träume Wirklichkeit werden können – auch wenn man sich das am Anfang noch nicht vorstellen kann.“

Der größte Erfolg: Einfach anfangen

Nach ihrem größten sportlichen Erfolg gefragt, nennt Alexandra keinen Titel und keinen Wettkampf. Für sie liegt er woanders: im Mut, spät anzufangen.
Mit 24 Jahren eine komplett neue Sportart zu beginnen – in einer Welt, in der Leistungssport oft schon im Kindesalter startet – war für sie ein bewusster Schritt gegen gängige Erwartungen.
„Viele sagen, dafür ist es zu spät“, erzählt sie. „Aber ich habe es trotzdem gemacht.“
Genau darin liegt ihr größter Erfolg – und vielleicht auch ihre wichtigste Botschaft.